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Zweifach-Sporthalle, Stuttgart | Baden-Württemberg

Auf der Filderebene im Süden von Stuttgart steht seit September 2018 eine neue Sporthalle. Der Entwurf sah für das Dachtragwerk des knapp 45,30 m langen und rund 32 m breiten Gebäudes ein Sheddach vor, um das Halleninnere mit möglichst viel Tageslicht zu versorgen. Die Gründungsebene der Sporthalle, die auf einer 70 cm dicken und mit XPS-Platten gegen das Erdreich gedämmten Stahlbeton-Bodenplatte basiert, wurde 4 m tief in der Erde verlegt. Ziel dieser Tieferlegung des Gebäudekörpers war, Verschattungen und akustischen Beeinträchtigungen aufgrund reflektierender Schallwellen eines nahegelegenen Tennisplatzes vorbeugen. Für das Dachtragwerk wählten die Architekten Fachwerkträger aus Buchenfurnierschichtholz, auch BauBuche genannt.
Die fünf Fachwerkträger mit einer Höhe von 2,7 m und einer Länge von 19 m sind an dreieckige Stahlprofil-Konstruktionen angeschlossen. Über Letztere lagern die Fachwerkbinder auf den Stahlbetonwänden, auf denen sie mit Stahlankern befestigt sind. Die fünf Tonnen schweren, räumlich anspruchsvollen Dreiecks-Widerlager aus Stahl nehmen die horizontalen und vertikalen Kräfte der hölzernen Dachkonstruktion auf und leiten sie über die Stahlbetonwände in den Baugrund ab.
Die weitgespannten und leicht gekippten BauBuche-Fachwerkträger wurden jeweils an den 28 cm breiten und 36 cm hohen Ober- und Untergurten durch Shedsparren (b/h = 18 cm x 36 cm) aus Fichten-Brettschichtholz (GL24h) über Vollgewindeschrauben biegesteif miteinander verbunden. Beplankungen aus 39 mm bzw. 51 mm dicken Kerto-Q-Platten bilden eine Art Rippendecke aus. Zusammen bilden Fachwerkträger und Rippendecken ein statisch wirksames Faltwerk aus. Das Sheddach erhielt unterseitig schließlich noch eine Bekleidung aus akustisch wirksamen Dreischichtplatten. Damit die BauBuche-Fachwerkträger mit ihrem vergleichsweise hohen Eigengewicht über die Zeit nicht Gefahr laufen durchzuhängen, hat man sie 15 cm überhöht ausgeführt. Zugleich begegnete man damit einem Kernproblem dieser auch als Sägezahndach bezeichneten Dachform, die große Wassermassen nur schlecht abzuleiten vermag. Durch die Überhöhung kann das Regenwasser sicher abfließen. Andernfalls hätte es aufgrund von Staunässe zu Schäden bzw. Tragwerksdurchfeuchtungen kommen können.
Bilder: Roland Halbe.
Projektdaten
Referenz:
Sporthalle am Riedenberg | 2018
Architektur:
cheret bozic architekten bda dwb, Stuttgart
Tragwerksplanung:
Bornscheuer Drexler Eisele GmbH, Stuttgart
Holzbau:
Holzbau Schaible, Wildberg-Schönbronn
3D Holzbau-und Stahlbauplanung:
Graf & Kübler GmbH & Co. KG
Abbund:
Graf & Kübler GmbH & Co. KG
Lieferung BauBuche:
Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG, Creuzburg